Ein Jahr für Entwicklung und Orientierung
Wie kann Schule Jugendlichen Zeit geben, sich selbst zu entdecken, neue Erfahrungen zu sammeln und ihre Zukunft aktiv zu gestalten? Spannende Antworten auf diese Frage erhielten unsere Schulleitungsmitglieder Diana Grogan-Schomers und Michael Milbert während ihres viertägigen Job-Shadowings an der St Mary’s Academy CBS in Carlow, Irland.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand das Transition Year – ein besonderes Schuljahr zwischen der Sekundarstufe und der anschließenden Oberstufe. Anders als in den regulären Schuljahren geht es hier weniger um klassische Leistungsbewertung als vielmehr um persönliche Entwicklung, Selbstständigkeit und Orientierung.
In Irland erhalten die Schülerinnen und Schüler Zeit und Raum, eigene Interessen und Stärken zu entdecken und Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Der Unterricht ist stark projektorientiert und wird durch zahlreiche praktische Erfahrungen ergänzt. Einen wichtigen Stellenwert nimmt dabei auch die Berufsorientierung ein: Durch Projekte und Praktika sammeln die Jugendlichen erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und setzen sich frühzeitig mit ihren beruflichen Interessen und Zukunftsperspektiven auseinander.

Auch außerhalb des klassischen Unterrichts bietet das Transition Year vielfältige Möglichkeiten, Neues auszuprobieren. Neben den Kernfächern Irisch, Englisch und Mathematik stehen verschiedene Wahlfächer und außerschulische Aktivitäten auf dem Programm. Gemeinsame Fahrten, beispielsweise nach Italien, sowie Aktivitäten wie Camping und Surfen sorgen für besondere Erlebnisse und stärken gleichzeitig Gemeinschaft und Selbstständigkeit.
Ein besonderes Highlight ist die Zusammenarbeit mit einer benachbarten Partnerschule bei der Vorbereitung und Aufführung eines Musicals. Über drei Monaten arbeiten Schülerinnen und Schüler beider Schulen gemeinsam an der Produktion. Dabei geht es nicht nur um Musik und Theater, sondern auch um Teamarbeit, Kreativität, Organisation und die Übernahme von Verantwortung – Kompetenzen, die weit über den schulischen Alltag hinausreichen.

Neben den Einblicken in das irische Schulsystem bot das Job-Shadowing auch Möglichkeiten zum internationalen Austausch. Gemeinsam mit irischen, finnischen und französischen Kolleginnen und Kollegen wurden Unterrichtskonzepte, Fragen der Schulorganisation und unterschiedliche pädagogische Ansätze diskutiert. Darüber hinaus wurden Ideen für die internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte im kommenden Schuljahr entwickelt.
Das Job-Shadowing wurde im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union ermöglicht und finanziell gefördert. Die vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen aus Irland liefern wertvolle Impulse, um unsere internationale Zusammenarbeit zu stärken, innovative Ideen in unseren Schulalltag einzubringen und unser neues Schulkonzept zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.



