Kopp-AG

Mehr nehmen als geben …

... ganz ohne Berührungsängste

Auf die Frage, was ihm spontan zur Kopp-Gruppe einfällt, antwortete Herr Basner, der Zuständige für die Erwachsenenbildung in den Westeifel Werken: "Was mir sofort in den Sinn kommt, ist die große Vorfreude der Behinderten auf das nächste Treffen mit euch. Man merkt einfach, dass die gemeinschaftliche Zusammenarbeit für beide Seiten eine Bereicherung ist. Und auch das große Engagement der Schüler begeistert mich." Dies bestätigen auch die Aussagen von zwei behinderten Mitarbeitern. "Dat gefällt mir hier bei euch. Gefällt mir sehr gut. Ihr seid meine Freundinnen geworden.", vertraute Andrea Dick uns an. und auch Claudia Spinn zeigte sich begeistert: "Ich finde eure Arbeit hier prima. Ihr seid sehr lieb. Ich freue mich auf jedes Mal!"

Was ihnen so gut gefällt?

Die Arbeit der Kopp-Gruppe, einer AG des TMGs.

Alle 14 Tage fahren wir (ca. 30 Schüler unserer Schule) freitags zusammen mit unserem betreuenden Lehrer, Herr Hötzel, unterstützt von der Oberstufenschülerin Hannah Schäfer, mit einem Bus in die Werkstätten nach Gerolstein. Hier sind ausnahmslos behinderte Mitarbeiter angestellt.

Nach der 6. Stunde geht es los...

... In Gerolstein bekommen wir erstmal ein leckeres Mittagessen in der Cafeteria und beginnen dann mit der Arbeit in den verschiedenen Gruppen. Diese bestehen jeweils aus ungefähr 6 Behinderten und untergliedern sich in die Teilbereiche: Basteln, Malen, Sport und Traumreisen, wobei wir ihnen dabei in einem Ruheraum Geschichten vorlesen. Einige Behinderte werden auch einzeln betreut. Nach getaner "Arbeit" fahren wir um 15 Uhr mit dem Bus zurück nach Daun.

Außerdem besuchen wir, auch außerhalb der 14tägigen Treffen, zusammen verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Weihnachts- oder Karnevalsfeiern, und betreuen die Behinderten bei gemeinsam geplanten Tagesausflügen. Als wir vor den Weihnachtsferien ins "Haus der Sinne" nach Wiesbaden gefahren sind, war ihre Vorfreude so groß, dass sie uns bereits einige Monate vorher schon fragten, wann es denn endlich losginge. In Wiesbaden angekommen, genossen wir dann den spielerischen Umgang mit den verschiedenen Sinneswahrnehmungen. So zum Beispiel haben wir anhand eines völlig dunklen Labyrinths gelernt, wie es ist, sich ohne Augenlicht zurechtfinden und leben zu müssen.

Wichtig zu erwähnen ist bei unserem Betreuungsangeboten jedoch, dass wir nicht als Therapeuten tätig sind, sondern einfach nur in die Werkstatt kommen, um uns mit den Leuten zu unterhalten und eine schöne Zeit mit ihnen zu verbringen. Diese Stunden sind, auch für unser späteres Leben, eine wertvolle Erfahrung, da wir hier ohne Vorurteile aufgenommen werden und die Behinderten sich über jede Kleinigkeit freuen, die wir ihnen bieten können. Hier erst haben wir gelernt, dass sie nicht, wie viele denken, bemitleidenswerte, sondern von Grund auf fröhliche Menschen sind. Die Angst, dass die Unterschiede zwischen ihnen und uns zu groß sind, ist völlig unbegründet, und sie ist es auf jeden Fall wert, überwunden zu werden.Denn wie der ehemalige MSS-Leiter Herr Wildner, der die Gruppe jahrzehntelang betreute und immer noch mitfährt, sagt: "Im Lachen sind wir alle gleich!"