Bericht

12.09.2021

Stefan Gemmel am Thomas-Morus-Gymnasium

Kinder- und Jugenbuchautor veranstaltet Vorleseshow

Stefan Gemmel (rechts) veranschaulicht mit einer Übung, wie Mobbing entsteht

Die Ankündigung, dass eine „Autorenlesung“ auf dem Stundenplan stehen würde, war für alle Siebt- und Achtklässler des Thomas-Morus-Gymansium Daun zunächst eine eher dröge Vorstellung. Wohl mit der Erwartung, eine Doppelstunde ruhig sitzen und zuhören zu müssen, kamen sie am vergangenen Freitag in die Turnhalle ihres Gymnasiums.

Nachdem Stefan Gemmel, vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbuchautor aus Lehmen an der Mosel, aber die ersten zwei Sätze gesprochen hatte, „hatte“ er seine jugendlichen Zuhörer und ausnahmslos alle waren in seinem Bann.

Den Achtklässlern berichtete er von seinen Recherchen zu seinem Roman „Befreiungsschlag“; für die er ein Jahr lang selbst an einem Anti-Gewalt-Training mit straffällig gewordenen jungen Männern teilnahm. Seine Erfahrungen und die Gespräche mit den Teilnehmern des AGT-Trainings verarbeitete er schließlich in dem Buch „Befreiungsschlag“, die Geschichte des auf Bewährung verurteilten Maik, der die Wahl zwischen Knast und Antigewalt-Training hat.

Um den Achtklässlern zu veranschaulichen, wie es von Aggression über Beleidigung zu Mobbing und schließlich Prügeleien kommt, bezog Gemmel seine Zuhörer mit in die Vorstellung ein und machte kleine Übungen und Rollenspiele aus dem AGT-Training mit ihnen.

Auch die Siebtklässler des TMG packte Stefan Gemmel, als er von seiner Romanreihe „Schattengreifer“ erzählte. Hierbei wurde den Schülerinnen und Schülern klar, wie eng und akribisch Autor und Illustrator zusammen arbeiten, damit ein spannender, faszinierender Abenteuerroman entsteht.

Stefan Gemmel überzeugte in seiner lebendigen Lesung, weil er authentisch ist: Gerade 13- bis 14-Jährige, die vielleicht selbst nie oder nur „für die Schule“ lesen, erkennen sich in Gemmel wieder, der erzählte, wie er selbst als Kind ohne Bücher aufwuchs und ein absoluter Nicht-Leser war. Gefördert von seiner Deutschlehrerin kam Gemmel erst zum Lesen und schließlich zum Schreiben.

Mit seinen witzigen Lesungen , besonders auch mit seinem „Leseweltrekord“, fördert er enorm das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Büchern – und ist für seine Leseförderung zu Recht Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Die TMGler jedenfalls hatten mehr Lust auf Geschichten von Stefan Gemmel. „Ich dachte zuerst, dass es langweilig werden würde, aber Stefan Gemmel las ja nicht einfach vor, sondern schauspielerte auch lustig, was er erzählte und das hat mir total gut gefallen“, so Anna aus der 8. Klasse.

Die nächste „Autorenlesung“ ist bereits gebucht: In zwei Jahren darf sich die jetzige Orientierungsstufe darauf freuen, Stefan Gemmel kennen zu lernen.