Bericht

03.02.2020

Berufswege im Ausland - die ersten Praktikanten in den USA

Bild: Marcin Janipour

Nachdem das Thomas-Morus-Gymnasium 2017 von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Nikolaus-Koch-Stiftung für sein Projekt "Career Pathways - Chancen im Ausland erkunden" ausgezeichnet worden war, ist das oberste Ziel des Projekts nun erreicht worden: ehemalige Schülerinnen und Schüle absolvierten nach dem Abitur ein zweiwöchiges Praktikum in den USA.

Marcin Janipour (Daun-Neunkirchen) lernte die Polizeiarbeit in der Kleinstadt Grafton im Bundesstaat Wisconsin von innen kennen. Er nahm am "Ride along" Programm teil, d.h. dass er Polizisten täglich im Streifenwagen begleitete und vielen Einsätzen beiwohnte. Neben Geschwindigkeitskontrollen und Notrufen, wobei z.B. ein Hund aus einem abgeschlossenen Auto bei einer Außentemperatur von über 30 Grad Celsius gerettet wurde, erlebte er Ermittlungen und Festnahmen aus erster Hand. Diese Erfahrungen führten zu einem veränderten Weltbild des Praktikanten: "Dunkelhäutige werden nicht überall in den USA anders als weiße Bürger behandelt", stellt Marcin Janipour fest, "und Polizisten tragen in der Freizeit keine Waffe bei sich." Ferner sei er offen und herzlich aufgenommen worden.

Daria Ewertz (Darscheid) und Rebecca Höfs (Daun) absolvierten ein Praktikum an der John Long Middle School in Grafton, wo sie hauptsächlich im Fremdsprachenunterricht und in Bildender Kunst in der 7. und 8. Klasse eingesetzt wurden. Etliche Unterschiede zu Deutschland stellten die Praktikantinnen fest: "Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen werden in den Regelunterricht integriert und viele pädagogische Hilfskräfte unterstützen die Lehrer im Unterricht", erzählt Daria Ewertz. "Und alle Schülerinnen und Schüler bekommen einen Laptop von der Schule gestellt, den sie für ein Jahr kostenlos ausleihen und mit nach Hause nehmen dürfen", ergänzt Rebecca Höfs. "Außerdem ist es den Lehrern sehr wichtig, dass sie eine gute Beziehung zu ihren Schülern pflegen. Auch der Schulleiter trägt dazu bei, indem er jeden Tag einen 'Witz des Tages' über die Sprechanlage erzählt." Beide Abiturientinnen schätzten die harmonische, lockere Atmosphäre an der Middle School.

Die Praktikumsplätze wurden von den Studiendirektorinnen am TMG, Dr. Felicia Lauer und Diana Grogan-Schomers, und von der Deutschlehrerin an der Grafton High School, Karen Frey, vermittelt. Seit 20 Jahren besteht eine Schulpartnerschaft zwischen beiden Schulen, die im Rahmen des German-American-Partnership-Program (GAPP) stattfindet und durch den pädagogischen Austauschdienst und das Sekretariat der Kultusministerkonferenz gesponsert wird. Seit Beginn der Partnerschaft wurde es über 300 Gymnasiasten ermöglicht, das Leben in den USA kennenzulernen. Die Vermittlung weiterer Praktikumsplätze ist für das Jahr 2020 geplant.