Bericht

10.05.2019

Oliver Steller – die „Stimme deutscher Lyrik“ am TMG

„Der Künstler geht auf dünnem Eis. Erschafft er Kunst? Baut er nur Scheiß?“

Mehrfach schon gastierte Oliver Steller in der gut gefüllten Aula unserer Schule. Roter Faden der Veranstaltung am 17. April für unsere Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 8 war diesmal das Leben des deutschen Schriftstellers Robert Gernhardt. Woher man ihn kennt? Er wird in einem Atemzug mit Wilhelm Busch, Christian Morgenstern und Loriot genannt, schrieb in den 70er Jahren Texte für Otto Waalkes, gründete in den 80ern die Satirezeitschrift „Titanic“, feierte am selben Tag Geburtstag wie Heine und Heino.

Oliver Steller skizzierte Gernhardt als messerscharfen Beobachter seiner Zeit, die im heiteren Plauderton vorgetragenen Gedichte erwiesen sich als mitunter so bissig, dass uns das Lachen im Halse stecken blieb. Ausgehend von der Biografie Gernhardts thematisierte Oliver Steller auch den Umgang des Schriftstellers mit Krankheit und Tod und zeigte, wie es diesem gelang, auch solch traurigen Themen Deprimierendes zu nehmen. Der Gitarrensound und immer wieder eingestreute Nonsense-Texte trugen dazu bei, dass wir immer wieder lachen mussten. Oliver Steller entwarf einen Einblick in das Gesamtkunstwerk Robert Gernhardts, das lebensbejahend-heiter, unterhaltsam und tiefsinnig ist.