Bericht

26.01.2018

„Andorra“ von Max Frisch – Aufführung am 01. März 2018, 19:30 Uhr im Forum Daun - Ein Theaterprojekt des Deutsch-Leistungskurses der MSS 11

"Andorra" ist neben "Biedermann und die Brandstifter" eines der bekanntesten Werke von Max Frisch (1911-1991). Das Stück thematisiert die Auswirkungen von Vorurteilen in der Gesellschaft, das Entstehen und die Eskalation von Gewalt, die Frage nach der Identität eines Menschen gegenüber dem Bild, das sich andere von ihm machen sowie nicht zuletzt, wie mit Schuld umgegangen wird.

Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht Andri, der von seinem Umfeld ausgegrenzt wird, weil er für einen Juden gehalten wird. Doch Andri ist gar kein Jude - der Vater Can war zu feige, zu seinem unehelichen gemeinsamen Kind mit einer "Fremden" zu stehen, gab Andri als Juden und sich selbst als Retter eines kleinen Judenkindes aus. Andri selbst verinnerlicht immer stärker, was die Andorraner in ihm sehen wollen. Daran ändert sich auch nichts, als mit dem Auftritt der leiblichen Mutter, einer von "drüben", die Wahrheit ans Licht kommt. Ablehnung steigert sich zu Hass, Schikane zur rohen Gewalt. Nur sein Vater, seine Mutter, und seine geliebte Schwester Barblin sind noch auf seiner Seite, als die Andorraner voller Wut auf Andri losgehen ...

Nach seiner Uraufführung im Jahr 1961 in Zürich wurde das Stück häufig als Anspielung auf den Nationalsozialsozialismus verstanden. Dabei ist Andorra, wie Frisch ausdrücklich feststellte, ein Modell - die in dem Stück gezeigte Problematik ist also übertragbar. Das will auch die Inszenierung der Schülerinnen und Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun, die am 1. März 2018 um 19:30 Uhr im Forum Daun gezeigt wird, deutlich machen.

Das Gebot "Du sollst Dir kein Bildnis machen" erscheint vor allem angesichts der Herausforderungen unserer Zeit, diffusen Ängsten oder unverstellt geäußertem Fremdenhass und der Rückkehr rechter Parolen, ein ernstzunehmendes Thema.

Der Eintritt ist frei.